Mama, ich brauche meinen Zimmerschlüssel

Jeder braucht seinen Rückzugsort. Das ist schon bei kleinen Kindern zu bemerken. Wenn möglich wird dem Kind also ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt. Hat es die Nase voll von der hotel-595587_640restlichen Familie, kann es einfach seine Zimmertür hinter sich zu machen. Um sicher zu gehen, dass auch niemand folgt, kann ein entsprechendes Schild wie „Betreten verboten“, „Bitte Ruhe“ oder einfach „Bitte nicht stören“ angebracht werden. Für gewöhnlich sollte dies ausreichend, um zumindest für die nächsten Stunden ungestört sein zu können.

Doch was, wenn die lieben, kleinen Geschwister sich an diese Spielregel nicht halten und den pubertierenden Teenie immer wieder belästigen? Sicher: Diese Störungen können sowohl bewusst als auch unbewusst geschehen. Der Grund ist auch gar nicht so wichtig. Viel interessanter ist die Reaktion des Teenies: „Mama, ich brauche unbedingt den Schlüssel für meine Zimmertür! Ich will abschließen können!“

Was tun?

Klar ist diese Reaktion verständlich. Doch was tun, wenn man eigentlich ganz klar etwas gegen abgeschlossene Türen hat. Denn eines ist sicher: Ist die Türe erst einmal verschlossen und der Schlüssel fest in der Hand des Bewohners, gibt es auch für die Eltern keine Möglichkeit mehr, nach einem energischen Klopfen einfach die Tür aufzureißen und hinein zu stapfen. Die Entscheidung ist nicht einfach. Sie hängt zum Teil vom Verhalten des Teenies, aber auch von der Einsicht seiner Geschwister ab. Doch was kann man sonst tun?

Der Klopfer

Die meisten von uns kennen ihn: Den Türklopfer! Er hat früher so manche Haustür geziert, damit das Klopfen des Gastes auch durch das ganze Haus, laut und deutlich, zu hören war. Dies ist eine Vereinbarung, die auch kleine Kinder erfüllen können: Respektvolles Anklopfen und abwarten, bis man in das Zimmer hineingebeten wird. Mit dem Türklopfer, vor allem wenn es etwas Ausgefallenes ist, wie ein Löwenkopf oder ein Wasserspeier oder so, ist diese Vorgabe noch besser einzuhalten. Aber Vorsicht: Nun könnte man natürlich jedes Mal, wenn man an dieser Zimmertür vorbei kommt, anhalten und klopfen müssen.

Die Ampel

Auch diese Variante kann sehr gute Dienste leisten. Wie bei einer regulären Ampel ist sie ganz klar durch ihre drei Farben definiert: Grün – jeder kann zur Zeit das Zimmer betreten. Gelb – Bitte anklopfen, ich bin zur Zeit beschäftigt, kann mich euren Fragen aber stellen. Rot – Betreten auf eigene Gefahr, denn ich WILL nicht gestört werden. Sie kann in einer kleinen, kreativen Aktion vom Zimmerbewohner selber gestaltet werden, sodass die Ernsthaftigkeit sogar noch einmal unterstrichen wird. Wie war doch gleich die Frage: „Mama, ich brauche meinen Zimmerschlüssel!“ Und sie kann mit einem klaren: „Nein, mein Schatz, eigentlich nicht!“ beantwortet werden.

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